Die Entlastungsprämie der Bundesregierung mag gut gemeint sein, in der aktuellen Lage ist sie jedoch ein völlig falsches Signal an die Unternehmen. Denn sie wird nicht vom Staat finanziert, sondern soll von den Arbeitgebern getragen werden. „Das ist nichts anderes als eine zusätzliche Belastung für genau diejenigen, die ohnehin schon massiv unter Druck stehen“, sagt Hauptgeschäftsführer Dr. Volker Schmidt. „Die Bundesregierung spielt den Geschenk-Onkel und die Unternehmen müssen die Zeche zahlen.“
In der hochangespannten Situation, in der sich viele Betriebe befinden, zusätzlichen finanziellen und organisatorischen Druck aufzubauen, sei wirtschaftspolitisch nicht nachvollziehbar, ja geradezu grotesk. Die Prämie ist zwar formal freiwillig, erzeugt aber durch die öffentliche Erwartungshaltung erheblichen Druck auf die Betriebe, unabhängig von ihrer tatsächlichen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. „Gerade die Unternehmen, die selbst massiv unter den Energiepreissteigerungen leiden, werden sich die On-Top-Zahlung schlicht nicht leisten können“, sagt Schmidt.
Eine Entlastung von Unternehmen und Beschäftigten ist überfällig, sie muss aber über staatliche Maßnahmen geschehen, beispielsweise durch eine Senkung der Lohn- und Einkommensteuer vor allem für kleinere und mittlere Einkommen. Auch eine Reduzierung von Sozialabgaben ist ein wirksamer Hebel, damit am Ende tatsächlich mehr Netto vom Brutto bleibt. Eine steuerfreie, aber von den Unternehmen auszuzahlende Prämie hingegen wird die Beschäftigten nicht nachhaltig entlasten, sondern die Kostensituation der Unternehmen am Standort Deutschland weiter belasten.“