Satire und Spaß als neue Informationsquellen - seriöse Kommunikation in der Glaubwürdigkeitskrise?

Das war unser Herrenhäuser Wirtschaftsforum 2017 mit Peer Steinbrück, Florian Schroeder, Werner Hansch, Wolfgang Bosbach, Prof. Dr. Andreas Dörner und weiteren Gästen.

„Satire 'is not preaching to the choir', sondern von der Seite reinpiksen. Sie erwartet heute Abend Ironie. Und am Ende bilden wir einen Stuhlkreis“, eröffnete Kabarettist Florian Schroeder das Wirtschaftsforum in der Galerie Herrenhausen.

Hauptgeschäftsführer Dr. Volker Schmidt begrüßte die rund 350 geladenen Gäste: „Der Satiriker kann zuspitzen, aber der Zuschauer muss die Nachrichten kennen, um die Ironie zu erkennen. Ich bin dafür, Nachrichten kurz und knackig zu formulieren, aber nur, wenn die Inhalte nicht zu kurz kommen.“ NiedersachsenMetall und der IndustrieClub Hannover e.V. hatten in diesem Jahr wieder gemeinsam zum Wirtschaftsforum eingeladen.

 

Herrenhäuser Wirtschaftsforum 2017: Satire und Spaß als neue Informationsquellen

Moderator Florian Schroeder stimmte zu: „Wir können immer weniger sagen, was ist echt, was nicht mehr? Wir lesen Überschriften, kennen aber kaum Inhalte. Darauf antwortet die Satire.“ Und weiter: „Satiriker arbeiten mit Fakten und Hintergründen, das Publikum ist anspruchsvoller geworden. Ein guter Journalist ist die beste Vorbereitung für den Satiriker.“

Peer Steinbrück, ehemaliger Bundesminister der Finanzen, über Satire: „Politik darf man herausfordern und belasten. Die Übersetzung von komplizierten Sachverhalten in leichte Sprache könnte den Dialog zur Wählerschaft erleichtern.“

Ironie und Unternehmen, verträgt sich das? Unternehmerin Tina Voß sagt: ja! „Humor ist eine großartige Sache, kann aber schiefgehen. Ein Witz kann auch zum Aufreger werden.“

Humor kann ein politischer Begleiter sein, meinte Sportkommentator-Legende Werner Hansch. Bei manchen eher unfreiwillig, lachte Politiker Wolfgang Bosbach.

Andreas Dörner, Professor für Medienwissenschaft: „Selbstironie ist die Königsdisziplin des Humors und zeigt Distanz zur eigenen Rolle. Das kommt gut an, auch bei Wählern. Die Voraussetzung: Talent dazu haben.“

Und dann erzählte noch jeder seinen Lieblingswitz. Von Klopf, klopf bis Fußballwitz - Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Fotos: Axel Herzig

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